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Mittwoch, 25. November 2009

Premiere: SEESTÜCKE mit ALEXANDER WEISE



Seestücke
Drei Fragmente von Friedrich Schiller (UA)

Premiere am 25.11.2009 um 19.30 Uhr in die Volksbühne
.

Weitere Vorstellungen sind: 27./29.11.09, 6./13.12.09, 02./10.01.10 etc.

Friedrich Schiller hat das Gebiet des deutschen Reichs niemals verlassen. In seinen letzten Lebensjahren entwirft er mehrere SEESTÜCKE: Dramenskizzen, die von Welthandel und Seeräuberei, Entdeckungsfahrten und europäischem Kolonialismus, „wilden Menschen“ und „wilden Thieren“ handeln.
Das Abenteuer, die existenzielle Grenzsituation in „Schiffsverschwörungen“ und in den Begegnungen mit Menschen fressenden „Karaiben“, wie er sie nennt, werden darin genauso thematisiert, wie die Globalisierung vorwegnehmend beschrieben wird. „Krieg in Europa macht Krieg in Indien, hier weiß man noch nichts“, schreibt Schiller in einem der Fragmente. In den SEESTÜCKEn sind die Piraten ein Motiv des Abenteuers und zugleich politische Idee. In der Piratenbande findet der „wohlgeordnete Staat“ seinen ihn konstituierenden Unterschied. Das aber macht die Piraten – heute und bei Schiller - als Bande verwegener Individuen im leeren Raum der Nichtstaatlichkeit zur Projektion einer utopischen Gemeinschaft oder neuen Gemeinschaften.
200 Jahre später, heute, 2009, nähern wir uns dem Enthusiasmus des Aufbruchs, der in Schillers SEESTÜCKEn lesbar wird. Es nähern sich drei junge sehr unterschiedliche Regisseure erstmals den Fragmenten Schillers.
SEESTÜCKE werden in drei Teilen und an einem Abend als eine verspätete Uraufführung, als Bergung eines Schatzes, auf die Bühne gebracht. Neben den Schiller-Fragmenten ist in den SEESTÜCKEn ein großer gedanklicher Schatz, ein Assoziations-Reservoir und Fläche der Projektion vergraben. Der „gemeine Mensch“ hat sich – wie der Künstler – seit Jahrhunderten mit dem Meer beschäftigt und die See als Sehnsuchtsort, als Metapher des Aufbruchs, des Unterbewussten, des Ungewissen und der Verheißung gewählt. Das Projekt von Ulrich Rasche schreibt in den ordnungslosen, tosenden Raum des Meeres das utopische Potenzial neuer Gemeinschaften und die Erfahrung der Mitgestaltung ein. Die Geschichte des Europäers in der Quarantänestation der Neuen Welt, an deren Außenseite sich die Nomaden der Globalisierung ansiedeln, umkreist das filmisch performative Projekt von Heiko Kalmbach. Wilden Subjekten, piratisierenden Aussteigern und der Möglichkeit, aus dem eigenen Ausstieg auszusteigen, widmet sich Ulf Aminde in seiner Arbeit.
Die drei Regisseure setzen ihre künstlerischen Ansätze in ein Spannungsfeld zu Schillers Fragmenten und einem OZEAN-Theaterraum von Bert Neumann.

Infos und Karten unter: www.volksbuehne-berlin.de

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