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Donnerstag, 8. Juli 2010

MAIKE MÖLLER inszeniert "OPHELIA"


Ophelia Cataclysm
ein Konstatierungsstück von Maike Möller

Text/ Inszenierung/ Choreographie: Maike Möller
Musik und Komposition: Claus Erbskorn / Almut Lustig
Dramaturgische Beratung: Eckart Seilacher

15. Juli, 2010
Beginn: 20.30 Uhr
Theater im Schokohof

Es spielen: Almut Lustig, Maike Möller, Claus Erbskorn

Tickets:
tickets@tisch2009.de
+49 (0)30 441 00 09


Wir befinden uns am Ende der Welt, inmitten einer Apokalypse, die im Nirwana endet, mit kann, wers' erträgt, glücklich zu sein....

„Ophelia Cataclysm“ ist ein Aufschrei ermutigt durch das „Geheul“ Allen Ginsbergs und versteht sich als mögliches Weiterdenken einer Schriftstellerin der Ophelia bei Heiner Müller. Denn Müller ist für mich einer der letzten großen Denker, die ich gelesen habe, für den Utopie eine lebendige Möglichkeit war und kein Begriff fürs Philosophenmuseum; seine Ophelia ist für mich die Verkörperung der Revolution durch die Frau.

Das Stück konstatiert den Augenblick wahrgenommener individueller Wahrheit einer Frau im Weltschmerz ihrer Generation und ist so gemäß der Konstatierung niemals fassbar, da es sich in assoziativen Ketten stetig weiterentwickelt.

Mithilfe der Medien Text, Tanz und Musik reflektiert es die Frau als Entfacherin der Revolution sowie letztendliche Verkörperung und Lebensspenderin einer fundamentalen Umwälzung unserer Welt und stellt seine Assoziationen in Gedankenbildern dar.
Die, welche sie ausspricht, -tanzt, und -singt ist Ophelia, die zur Gaïa des Universums geworden ist. Als Beherrscherin der im Verborgen liegenden Verbindungen und Funktionsweisen des Universums sucht sie, die Geschichte unserer aktuellen Gesellschaft in sich aufzunehmen.

Mal mit götinnengleicher Allwesenheit, mal als ganz einfache zeitlose Frau spiegelt sie Teile des Weltschmerzes des Weiblichen (in der Frau wie im Mann) wider, das die Furcht vor Patriarchat, Eifersucht, Besitzessucht und Kriegsgewalt zu überwinden sucht.
Es geht dabei nicht um Feminismus, sondern um die Suche nach Ausgeglichenheit. Das Stück konstatiert eine patriarchale, kapitalistische Angstgesellschaft. Dieser stellt Ophelia die Idee der Herrin des Mittelmeeres entgegen, ein Bild, dass sich aus den Ideen Albert Camus' zum mittelmeerischen Denken (als Ausweg aus der Absurdität der menschlichen Existenz) und dem Bild der chinesischen Monsuo-Herrscherinnen zusammensetzt.

Der Text ist eine Reflexion, die Konstatierung einer Gesellschaft, ihrer Kultur, ihrer Geschichte, ihrer Gegenwart und Zukunft. Dies wird übersetzt in den inneren Zustand der Allfrau Ophelia, eine Weltretterin, die man für eine Weltzerstörerin hält. Der Text steht am Anfang eines Schreibprozesses, der ihn noch lange beständig weitersuchen lassen wird. Er sucht Bilder, Assoziationen, die das zeigen, was im gesellschaftlichen Prozessen unterhalb der unmittelbar erfahr- und beschreibbaren Fakten liegt. Das, was wir nicht unmittelbar sagen können, versuchen diese Bilder greif-, spür- und sichtbar zu machen. Er sucht Antworten, wo man vielleicht zu früh aufgehört hat, zu fragen.

Besonders wichtig ist für diese Suche auch der Tanz, der die Protagonistin zum Medium dessen macht, was sich eben nicht analytisch darstellen lässt, sondern unmittelbar spürbar wird.

Statt absolute Wahrheiten zu vertreten, sucht das Stück Assoziationsräume zu öffnen. Der Text polemisiert, wo er provokante Anstöße zu Gedankengängen liefern will. In diesem Sinne wird die Kunst im Verhältnis zur in aktuell herrschender gesellschaftlicher Wahrheitsfindung übermächtigen Wissenschaft als Medium und Motor der kreativen Assoziation gesehen und die Frage gestellt, ob diese zum Erkenntnisgewinn nicht ebenso wenn nicht geeigneter ist und ob wir das heute vielleicht vergessen haben.

Mut und Anstoß zu dieser Arbeit verdanke ich dem jungen französischen Maler Emmanuel Bornstein und seinen Gemälden, die meine Ansicht der Kunst und wie wir durch sie transportieren radikal verändert hat.


Zu Maike Möller:
Nach nunmehr dreijähriger Beschäftigung mit der Figur Ophelia hat sie ihren ersten Theatermonolog geschrieben. „Ophelia Cataclysm“ ist der dritte Teil der Triologie „Ophelia Revolution“.
Teil 1: „All aBoUT Ophelia“ kam im Russischen Theater Berlin (2007); Teil 2.: „Ophelia, Solopiece reloaded“ im Orphtheater Berlin (2008) zur Aufführung.
Nach der einmaligen Aufführung dieser ersten Version von „Ophelia Cataclysm“ am 15. Juli, 2010 wird die Autorin und Darstellerin sich auf die weitere Suche begeben und das Projekt fortentwickeln.

Claus Erbskorn war langjähriger Musical Director von „Constanza Macras/ Dorky Park“ und ist aktuell als Musiker der Berliner Theater- und Musikszene tätig. Er und Maike Möller haben ihre ersten drei Songs zusammen komponiert, welche als Teil der Performance in das Stück einfließen werden. Erbskorn stellt zusammen mit der Percussionistin Almust Lustig, selbst seit vielen Jahren Komponistin und Musikerin bei „Constanza Macras/ Dorky Park“ sowie der Berliner Theater- und Musikszene, die musikalische und performative Begleitung der Solistin Möller.

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